Kaffeehausgespräche

Artikel-Schlagworte: „Stil“

Kaffeehausgespräch über die Sprache

Wir hatten uns ein großes Thema vorgenommen und es hat sich gezeigt: Auch dafür ist der Rahmen der Kaffeehausgespräche geeignet. Maria brachte in ihrer Einleitung einige Beispiele für die Verwendung von Sprache in der Literatur und schloss Überlegungen an, wie z.B.: Welche Funktion übernimmt die Sprache beim Erzählen einer Geschichte? Gibt es eine richtige Sprache? Soll sich die Sprache im Hintergrund halten oder ist sie das eigentlich Wichtige an der Literatur? Ein paar Einwürfe zur Lyrik spannten den Bogen von der “authentischen” Alltagssprache bis zur konkreten Poesie. Im Gespräch stellte sich heraus, dass viele von uns die Entscheidung für oder gegen ein Buch erst nach der Prüfung des Stils fällen und sich weder auf Klappentexte noch auf Rezensionen verlassen. Ein paar Seiten querlesen in der Buchhandlung, das muss schon sein. Nach den ersten beiden Seiten eines Buchs kann man in den meisten Fällen nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht ist, darüber waren wir uns einig. Beim „Zauberberg“ zum Beispiel kann es schon einmal achtzig Seiten lang dauern, bis man drin ist im Text. Einhellige Zustimmung fand die Bemerkungen, dass schlechter Stil schlechte Laune erzeugt und ein Plot nur selten so gut ist, dass man über schlechte Formulierungen hinwegsehen kann. Außerdem wurde mehrfach bestätigt, dass sich bei Krankheit die Lektüre von Kinderbüchern empfiehlt. Für mich war das schönste Ergebnis des Abends die Idee, lyrische Subversion zu betreiben, indem man in öffentlichen Verkehrsmitteln laut Gedichte rezitiert. Ich hoffe, diese Anregung wird von allen Teilnehmer(innen) der Kaffeehausgespräche und den Leser(innen) dieses Blogs aufgenommen.

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