Von der Ars Poetica zum creative writing
Was ist ein gutes Buch? Diese Frage treibt alle um, die mit Büchern zu tun haben: Autoren, Verleger, Leser … Und wo eine Frage im Raum steht, gibt es auch bald jemanden, der eine Antwort zu geben versucht.
Schon Horaz versuchte im ersten Jahrhundert v. Chr. zu definieren, was einen guten Text ausmacht. Wer fortan als Schreibender erfolgreich sein wollte, hatte sich tunlichst an diese Regeln zu halten. Erst Goethe und die deutschen Romantiker lösten sich von den strengen Vorgaben der Väter und wagten mutig Neues. Fortan galt nicht mehr derjenige als wahrer Meister, der die Regeln der Kunst – und seine eigenen Grenzen – kannte und beherrschte, sondern derjenige, der die reinste Seele hatte und den die Muse am leidenschaftlichsten geküsst hatte. Das Talent trat in den Vordergrund, und das lässt sich bekanntlich nicht erlernen – entweder, es ist da oder eben nicht.
Heute lautet das Zauberwort creative writing, also kreatives Schreiben. Im englischen Sprachraum sind sogenannte Schreibschulen schon längst etabliert; in Deutschland dagegen fängt man gerade damit an, misstrauisch beäugt von allen wahrhaft Talentierten. Könnte es sein, dass in der Kunst mehr Handwerk steckt als man bislang glaubte? Lässt sich das Schreiben womöglich erlernen? Wenn ja, an welche Regeln halte ich mich dabei am besten? An die aus der umfangreichen Ratgeberliteratur zum Thema (”Wie Sie einen verdammt guten Roman schreiben!”) – oder lohnt sich vielleicht doch ein Blick in die Ars Poetica?
Wie immer sind alle Anwesenden herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.
Zum Thema passende Bücher dürfen gerne mitgebracht werden.
ORT: Wie es Euch gefällt, Juliusstr. 16, 22769 Hamburg
ZEIT: Donnerstag, 13. November 2008, 19:30 Uhr
Der Eintritt ist frei