Kaffeehausgespräche

Artikel-Schlagworte: „Kinderbücher“

Nicht ohne meine Kinderbücher

Das gestrige Kaffeehausgespräch – es war das 32. – war sehr gut besucht. Das Thema “Bücher der Kindheit” hat viele angesprochen, die Erinnerungen an die frühe Lektüre ist wohl bei allen, die gern lesen, sehr lebendig. Oder ist es umgekehrt und wir lesen gern, weil der erste Kontakt mit Büchern und Literatur so angenehm war?

Im Gespräch hat sich herausgestellt, dass auch Menschen, die mit wenigen Büchern aufwachsen, sich dem Lesen zuwenden können und dass es offenbar keine besondere Förderung für ein Interessensgebiet geben muss, um ein Kind für ein Thema zu begeistern.Vorlesen ist Zuwendung, aber sind Hörkassetten deshalb Zeichen der Verwahrlosung? Die nach literarischem Vorbild (z.B. “Emil und die Detektive”) gegründeten “Kinderbanden” litten, so habe ich gestern gelernt, gelegentlich unter dem Mangel an Bösewichtern in der näheren Umgebung.

Die Bandbreite der besprochenen Fragen war – wie meistens in unserem Salon – groß, die Meinungen sind vielfältig. Wie komplex das Thema “Literatur für Kinder” sein kann, zeigte sich bei der Frage, wie Grausamkeit (man dachte gemeinsam an die Märchen der Gebrüder Grimm, an Wilhelm Busch und den “Struwwelpeter”) wahrgenommen wurden. Ist Gewalt in der Literatur ein Ventil, mit dem sich der kleine, machtlose Mensch Luft macht? Wie auch immer: Literatur wirkt, und bei allen Salongästen steht auch heute noch das eine oder andere Buch der Kindheit im Regal.

Wir danken für die rege Teilnahme und freuen uns auf den nächsten Salonabend am 17. Februar 2011, Thema: Literatur und Ökologie. Näheres bald hier im Blog oder per Newsletter.

Bücher der Kindheit

Können Sie sich noch an die Bücher erinnern, mit denen Sie aufgewachsen sind, die Ihnen als Kind vorgelesen wurden oder die Sie dann selbst gelesen haben? Kennen Sie die Kleine Raupe Nimmersatt oder Das Kleine Ich bin ich? Und wie steht es mit Pippi Langstrumpfs haarsträubenden Abenteuern, den Fünf Freunden und der kleinen Momo? Es war jedenfalls eine aufregende Zeit, in der man viel Neues entdecken konnte und die uns geprägt hat.

In unserem Kaffeehausgespräch am 20. Januar möchten wir mit unseren Gästen über die Bücher unserer Kindheit sprechen. Wir wollen herausfinden, welchen Einfluss sie auf unser Leseverhalten genommen haben, wie sie uns beeinflusst und vielleicht sogar begeistert haben. Ist es nun egal, was Kinder lesen, Hauptsache sie lesen und es macht ihnen Spaß? Oder sollten Kinderbücher grundsätzlich ein pädagogisches Ziel verfolgen?

Es soll auch Kinderbücher geben, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, und zu zeitlosen Dauerbrennern geworden sind. Wenn Sie eins besitzen, bringen Sie es mit!

Die Gastgeber des für alle offenen literarischen Salons „Kaffeehausgespräche“ – die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – freuen sich auf Ihren Besuch: diskutieren Sie mit oder hören Sie einfach nur zu und genießen Sie die entspannte Atmosphäre im Kulturcafé.

Wann: Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.00 Uhr
Wo: Kulturcafé Chavis , Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)

Der Eintritt ist frei.

Bücher der Kinheit – Vorankündigung

Die Weihnachtszeit weckt in vielen von uns Erinnerungen an die Kinheit. Zu diesen Erinnerungen gehören oft auch die ersten Bücher, die wir geschenkt bekommen haben. Mit diesem Thema wollen wir uns bei dem nächsten Kaffeehausgespräch beschäftigen. Kommen Sie hin und reden Sie mit, am Donnerstag dem 20. Jänner 2011 um 19.00. Details demnächst hier im Blog.

Kaffeehausgespräch über die Sprache

Wir hatten uns ein großes Thema vorgenommen und es hat sich gezeigt: Auch dafür ist der Rahmen der Kaffeehausgespräche geeignet. Maria brachte in ihrer Einleitung einige Beispiele für die Verwendung von Sprache in der Literatur und schloss Überlegungen an, wie z.B.: Welche Funktion übernimmt die Sprache beim Erzählen einer Geschichte? Gibt es eine richtige Sprache? Soll sich die Sprache im Hintergrund halten oder ist sie das eigentlich Wichtige an der Literatur? Ein paar Einwürfe zur Lyrik spannten den Bogen von der “authentischen” Alltagssprache bis zur konkreten Poesie. Im Gespräch stellte sich heraus, dass viele von uns die Entscheidung für oder gegen ein Buch erst nach der Prüfung des Stils fällen und sich weder auf Klappentexte noch auf Rezensionen verlassen. Ein paar Seiten querlesen in der Buchhandlung, das muss schon sein. Nach den ersten beiden Seiten eines Buchs kann man in den meisten Fällen nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht ist, darüber waren wir uns einig. Beim „Zauberberg“ zum Beispiel kann es schon einmal achtzig Seiten lang dauern, bis man drin ist im Text. Einhellige Zustimmung fand die Bemerkungen, dass schlechter Stil schlechte Laune erzeugt und ein Plot nur selten so gut ist, dass man über schlechte Formulierungen hinwegsehen kann. Außerdem wurde mehrfach bestätigt, dass sich bei Krankheit die Lektüre von Kinderbüchern empfiehlt. Für mich war das schönste Ergebnis des Abends die Idee, lyrische Subversion zu betreiben, indem man in öffentlichen Verkehrsmitteln laut Gedichte rezitiert. Ich hoffe, diese Anregung wird von allen Teilnehmer(innen) der Kaffeehausgespräche und den Leser(innen) dieses Blogs aufgenommen.

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