Im Mittelpunkt unseres Kaffeehausgesprächs steht diesmal eine besondere Form des Aufsatzes: Der Essay – was abgeleitet vom Lateinischen exagium soviel wie „Probe“ oder „Versuch“ bedeutet.
Der Essay ist persönlich und voller Fragen und schert sich wenig um wissenschaftliche Objektivität oder dogmatische Strenge. Seine Grundlagen sind die Neugier, der Zweifel und die Lust am Provozieren. Die Texte kommen kurz und knapp daher, doch nicht ohne Tiefgang und ästhetischen Anspruch und sind für Marcel Reich-Ranicki „nichtfiktionale Prosa von hoher literarischer Bedeutung“.
Die Essayisten, wie zum Beispiel Michel de Montaigne, Bruce Chatwin, Simone de Beauvoir, Hermann Kant, Virginia Woolf, Hans Magnus Enzensberger…, wollen die Leser anregen – manchmal auch aufregen – und ihnen Dankanstöße versetzen. Aber der Ausgang des „Experiments“ bleibt offen und den Lesern überlassen. Haben wir es hier nun mit Literatur zu tun oder eher mit unfertigen Schreibversuchen?
Wie üblich geben die Gastgeber des Salons, die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern, eine kurze Einleitung zum Thema. Dann kann munter drauflosgeredet, geprobt und versucht werden. Die Präsentation von Lieblings-Essays ist ausdrücklich erwünscht.
Wann: Donnerstag, 19. August, 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Der Eintritt ist frei.