Literatur ist Fiktion, aber immer auch ein Abbild von „Wirklichkeit“. Die Handlungen werden in Räumen, Landschaften, (Um)Welten inszeniert, die nie ganz losgelöst sind von der Realität, oder von dem, was jeweils als realistisch empfunden wird. Erst dadurch können wir Literatur verstehen, einordnen und bewerten.
Die Umwelt der antiken Helden war mystisch aufgeladen und unberechenbar, die Umwelt der Romantiker steckte voller Gefühl und Verklärung. Und wie steht es in der (Post)Moderne mit der Umwelt? Sie ist einerseits entmythologisiert und berechenbar geworden und wird andererseits vergiftet und zerstört.
Dieser Zwiespalt spiegelt sich in vielen anti-utopischen Romanen wieder. So beklagte z. B. Wilhem Raabe in „Pfisters Mühle“ die Vergiftung eines Flusses aus Gründen des Profits, Charles Dickens öffnete durch „Oliver Twist“ vielen Menschen die Augen für die Schattenseiten der industriellen Revolution und George Orwell beschrieb in „1984“ die totalitäre Kontrolle unserer geistigen und materiellen Umwelt als Zukunftsvision.
Heute stehen Themen wie Umweltverschmutzung und Waldsterben, aber auch die möglichen Auswirkungen eines Klimawandels und die Bedrohung durch Gentechnik und Atomkraft im Fokus der öffentlichen Diskussion. Welchen Niederschlag finden diese Themen in der aktuellen Literatur, mit welchen Stilmitteln arbeiten die Autorinnen und Autoren und welchen Einfluss haben „Öko-Bücher“ möglicherweise auf das Verhalten der Leser?
Der monatliche literarische Salon „Kaffeehausgespräche“ lädt Sie herzlich zu einer „nachhaltigen“ Diskussionsrunde über diese Themen ein. Reden Sie mit oder hören Sie einfach nur zu und genießen Sie die angenehme Atmosphäre des Kulturcafés. Die Gastgeber des für alle offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – freuen sich auf Ihren Besuch!
Wann: Donnerstag, 17. Februar 2011, 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Der Eintritt ist frei.