Kaffeehausgespräche

Archiv für die Kategorie „Termine“

Das erste kalifornische Kaffeehausgespräch

Eine bunte Gruppe von Interessierten hat sich heute in der „Konditorei“ eingefunden, um über das Thema „Übersetzungen“ zu sprechen. Ich war überrascht über die Vielfalt der Zugänge zur Zwei- und Mehrsprachigkeit. Von der Beschäftigung mit fiktiven Dolmetschern, von der Freude an der Sprache und über die Schwierigkeit sie zu lehren, vom Vorteil der Lektüre in einer Fremdsprache, vom stilistischen Verbessern von (banaler) Literatur durch Übersetzung und von den einsamen Mühen des Übersetzens – es war ein weiter Bogen, den wir im Gespräch gespannt haben.

Ich habe heute viel Neues darüber gelernt, wie man die deutsche Sprache und Literatur betrachten kann; und dass man sie mögen kann, auch wenn sie manchmal ganz schön kompliziert und unlogisch ist. Und ich glaube, dass die Salongäste aus eigener Erfahrung Wilhelm v. Humboldts Aussage zustimmen: Es „liegt in jeder Sprache eine eigenthümliche Weltansicht“ – oder auch: „in every language [rests] a specific world view“ (Übersetzung Gunter Senft); oder: „there resides in every language a characteristic world-view“ (Übersetzung Peter Heath).

Herzlichen Dank an alle Salongäste!

Und Dank auch an Gloria und Albert von der Die Atmosphäre ist sehr angenehm, und das ist bei einem Salon ja auch sehr wichtig.

Das nächste Treffen wird am Freitag, 23. März, stattfinden. Details werden hier im Blog und per Newsletter bekanntgegeben.

Lieblingsgedichte

Das erste “Kaffeehausgespräch” in Davis hat stattgefunden – und gefallen. Es wird weitergehen, am 23. März mit dem Thema “Lieblingsgedichte”. Details folgen.

Kaffeehausgespräch kalifornisch: Lesen Sie Deutsch?

Die kalifornische Ausgründung der Kaffeehausgespräche wird zum ersten Mal am 17. Februar stattfinden. Der offene Salon hat ein Zuhause bei Gloria und Albert von der “Konditorei (Austrian Pastry Café)” in Davis gefunden. Beim ersten Termin wird es um die Frage gehen: “Lesen Sie Deutsch?”

Was haben Original und Übersetzung mit einander zu tun? Gibt es Übersetzungen, die besser sind als das Original? Was passiert mit der Wahrnehmung einer Kultur, wenn Literatur, Filme oder Liedtexte übersetzt werden? Wer übersetzt eigentlich ein Buch, und warum?

Wir treffen uns um 16.00 Uhr, um über diese Fragen in gemütlicher Kaffeehausatmosphäre zu sprechen. Zuvor gibt es, wie bei den “Kaffeehausgesprächen” üblich, eine kurze Einleitung zum Thema. Die Gespräche können auf Deutsch oder auf Englisch geführt werden, auch Zuhörer sind willkommen. Und nebenbei kann man die Esterhazytorte von Albert (er hat sein Handwerk unter anderem in der Kurkonditorei Oberlaa gelernt) probieren und Kaffee trinken.

Ich hoffe, dass sich auch in Davis viele Interessierte finden, die die gute Tradition des Salons fortführen wollen und freue mich auf das erste Treffen.
Friday, February 17, 4-6 pm.
Konditorei, 2710 E. 5th Street, Davis

Falls Sie teilnehmen möchten, schicken Sie bitte eine kurze Nachricht an kaffeehausgespraeche@web.de – danke.

Wer sich für die nächsten Termine und Themen interessiert, schreibe bitte an kaffeehausgespraeche@web.de mit dem Betreff “Newsletter”.

Ins Kaffeehaus!

Die UNESCO hat am 10. November 2011 die Wiener Kaffeehauskultur in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird bestätigt, was Kennerinnen und Kenner der europäischen Literatur um 1900 immer schon wussten: Das Kaffeehaus ist ein Ort, an dem Kultur gemacht wird.

In unserem letzten Kaffeehausgespräch des Jahres und bis auf weiteres wollen wir uns mit dem Kaffeehaus als Ort der Begegnung und als Inspiration für die kreative Betätigung beschäftigen. Wir fragen nach der Funktion des erweiterten Wohnzimmers, nach der Inspiration durch die Atmosphäre und das Getränk Kaffee, nach landestypischen Formen von Kaffeehäusern und danach, was Kaffeehausliteratur ist. Nach einer kurzen Einleitung durch die Gastgeber Detlef Thofern, Sozialwissenschaftler, und Karin S. Wozonig, Literaturwissenschaftlerin, sind alle Kaffeehausbesucher am Wort.

Kommen Sie hin, reden Sie mit. Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch im Kaffeehaus.
Wann: 15.12.2011, 19.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Str. 41, St. Pauli
Der Eintritt ist frei.

Literarische Schwergewichte: Thomas Mann

Ob im Deutschunterricht, bei Marcel Reich-Ranickis kanonischer
Literatursammlung oder anderen Klassiker-Editionen: ohne Thomas Mann geht es nicht. Auch der Film und das Fernsehen interessieren sich
regelmäßig für die „Buddenbrooks“, den „Zauberberg“ oder für das Leben
des Autors selbst, den Robert Musil (wohl nicht ohne Neid) als
Großschriftsteller“ titulierte.

Die Literaturwissenschaft arbeitet sich seit Jahrzehnten an Thomas Manns
umfangreichen Texten ab, und im Besitz der Thomas-Mann-Sammlung der Universität Düsseldorf befinden sich mehr als 28 000 Dokumente über
Leben und Werk des Autors.

Wer war dieser große deutsche Schriftsteller, was ist so außergewöhnlich
an ihm und seinen Werken und welche Bedeutung hat er für die
Literaturgeschichte? Gibt es auch im heutigen Literaturbetrieb
Schriftstellerinnen oder Schriftsteller von ähnlichem Rang?

Die Gastgeber des offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin
S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – möchten mit
Ihnen diesmal das Phänomen Thomas Mann erkunden und laden Sie dazu herzlich zu einer entspannten Gesprächsrunde ein.

Für die passende Atmosphäre und für labende Speisen und Getränke sorgt
wie immer das Kulturcafé Chavis.

Wann: Donnerstag, 17. November 2011, ab 19 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
www.chavis-kulturcafe.de
Der Eintritt ist frei.

Autoritäten

Gestern gab es bei den Kaffeehausgesprächen eine Neuerung: Die Gast-Salonière Philine Gaffron erweiterte das Themenspektrum und sprach zur Einleitung über gute und schlechte Wissenschaft. Mit einem anschaulichen Beispiel wurde vorgeführt, wie schwierig es sein kann, zu einer zuverlässigen Aussage zu kommen und dass daher Vorsicht geboten ist bei den vielen – durch verkürzenden Journalismus vermittelten – Wissenschaftsmeldungen in den Massenmedien.

In der Diskussion stellte sich heraus, dass  gegenüber Forschungsergebnissen generell ein gewisses Misstrauen herrscht. Und dass der Verdacht besteht, dass nur belegt und bewiesen wird, wofür die Geldgeber bezahlt haben. Ausgehend von der Medizin landeten wir im Gespräch bei dem Einfluss des Mondes auf die Erde. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Bemerkung , dass Heinrich Kleist über Kants Beweis, dass es kein gesichertes Wissen geben kann, in Depressionen verfallen sei.

Das nächste Kaffeehausgespräch findet am Donnerstag dem 17. November statt. Thema: Thomas Mann und das Phänomen des Großschriftstellers

Die Wissenschaft hat festgestellt…

dass Spinat nicht besonders viel Eisen enthält; dass regelmäßiges kaltes Duschen Erkältungen mit Sicherheit wirkungsvoller vorbeugt als die Einnahme von Vitamin C; dass homöopathische Medizin wirkt, aber nicht besser als ein Placebo. Umfragen stellen laut Tagespresse regelmäßig alles mögliche fest, aber man weiß oft nicht, wer eigentlich wen was gefragt hat; Und Doktorentitel sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Dennoch vertrauen wir – im Großen und Ganzen – den Erkenntnissen der Wissenschaft. Oder vielleicht doch nicht?

Am 18.10. wollen wir bei den Kaffeehausgesprächen einmal nicht über ein literarisches Thema sprechen, sondern darüber, wie wir von wissenschaftlichen Erkenntnissen erfahren, was uns an ihnen eigentlich interessiert und ob man seriöse Ergebnisse von Mumpitz unterscheiden kann.

Diesmal haben wir eine Gast-Gastgeberin: die Naturwissenschaftlerin Philine Gaffron. Nach einer kurzen Einleitung sind wie üblich die Salongäste an der Reihe. Diskutieren Sie mit, hören Sie zu oder berichten Sie uns von Ihren wissenschaftlichen Lieblingserkenntnissen oder -irrtümern .

Für die passende Atmosphäre und für leckere Speisen und Getränke sorgt wie immer das Kulturcafé Chavis.

Wann: Dienstag, 18. Oktober 2011, ab 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli) www.chavis-kulturcafe.de Der Eintritt ist frei.

Wissensvermittlung

Beim letzten Kaffeehausgespräch ging es um Schullektüre. Nachdem uns der Salonherr zur Einstimmung die Lehrer-Lämpel-Explosion aus “Max und Moritz” zu Gehör gebracht hat, ging es um gute und schlechte Lehrer, um die Sinnhaftigkeit von Lektürelisten und um ideologische Ausrichtung. Ich danke allen Gästen dafür, dass sie ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit uns geteilt haben, ganz besonders der anwesenden Lehrerin für die fachlichen Hinweise!

Apropos Hinweis: Am Dienstag dem 18. Oktober um 19.00 gibt es das nächste Kaffeehausgespräch. Dann wird die Gast-Gastgeberin Dr. Philine Gaffron unter dem Titel “Die Wissenschaft hat festgestellt…” über Wissensproduktion und -erzählung sprechen. Näheres wie immer demnächst hier im Blog und per Newsletter.

Schullektüre oder „Was will uns der Dichter damit sagen?“

Die Sommerferien sind vorbei und der literarische Salon lädt nach seiner Sommerpause wieder zu einem Kaffeehausgespräch ein. Und passend zum Beginn des neuen Schuljahres wollen wir diesmal über das Thema Literatur in der Schule diskutieren.

Wir alle haben unsere schulische Vergangenheit, in der wir lesen und schreiben gelernt haben, und an die sich vielleicht einige gern und andere voller Abneigung erinnern werden. Wurden Sie etwa im Deutschunterricht mit Goethe und Schiller traktiert, mussten Sie Gedichte auswendig lernen? Welchen Einfluss haben der Deutschunterricht und die Schullektüre auf die späteren Lesegewohnheiten? Welche literarischen Werke geben die Lehrpläne vor, was sollte unbedingt im Unterricht gelesen werden und was zeichnet eigentlich einen guten Deutschunterricht aus?

Die Gastgeber des offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – laden Sie herzlich zu diesem Kaffeehausgespräch ein und werden wie immer mit einer kurzen Einleitung auf das Thema einstimmen. Dann sind die Salongäste an der Reihe. Diskutieren Sie mit, hören Sie zu oder berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen mit der Schullektüre und dem Deutschunterricht.

Für die passende Atmosphäre und für leckere Speisen und Getränke sorgt wie immer das Kulturcafé Chavis.
Wann: Dienstag, 20. September 2011, ab 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Der Eintritt ist frei.

“Zur Lyra zu singen“ – Literatur und Musik

Lyrik bezeichnete ursprünglich das zur Lyra, einem antiken Saiteninstrument, gesungene Lied und ist ein frühes Beispiel für die engen Bande zwischen Dichtung und Musik, zwischen der Welt der Sprache und der Welt der Töne. Beide Kunstformen spielen mit Rhythmus, Takt und Timing und sind einzeln doch sehr verschieden in ihrer Wirkung.

In der erzählenden Literatur spielt die Musik als Thema oft eine tragende Rolle. Sie kann die Handlung antreiben und ihren zeitlichen Rahmen zum Klingen bringen, oder sie kann literarische Figuren charakterisieren. Und in zahlreichen Werken stehen Musiker im Brennpunkt des Geschehens. Umgekehrt verwenden viele Komponisten, von der Oper bis zur Popmusik, literarische Themen oder Texte für ihre Musik.

Diesen vielfältigen Spuren der engen Verbindung von Literatur und Musik, die zum Beispiel in Texten von Elfriede Jelinek, E.T.A. Hoffmann und Thomas Mann zu finden sind, wollen wir diesmal in unserem Kaffeehausgespräch folgen.

Die Gastgeber des offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – laden Sie herzlich ein, mitzukommen und über das Verbindende oder das Trennende zwischen Literatur und Musik zu diskutieren. Für die passende Atmosphäre und für leckere Speisen und Getränke sorgt wie immer das Kulturcafé Chavis.
Wann: Donnerstag, 21. Juli 2011, 19.00 c.t
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Der Eintritt ist frei.

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