Kaffeehausgespräche

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Do books matter? Oder: Über die Wichtigkeit von Büchern

Viele Dinge in unserem Leben haben eine sichtbare Wichtigkeit für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft: wie wir wohnen, welche Berufe wir ausüben, wie wir uns fortbewegen und anderes mehr. Wie aber steht es mit der Lektüre? Ist es wichtig, was die Menschen zu ihrem Vergnügen lesen? Ist es relevant für uns, mit welchen Büchern sich unsere Mitmenschen in ihrer Freizeit beschäftigen? Wirkt es sich auf die Gesellschaft aus, welche Bücher auf den Bestseller-Listen stehen? Kurz: Ist die bevorzugte Lektüre einer Gesellschaft ein Indikator oder ein Symptom für etwas anderes, größeres?

Über diese Fragen wollen wir beim nächsten Kaffeehausgespräch diskutieren. Nach einer kurzen Einleitung in das Thema sind die Salongäste am Wort. Kommen Sie hin, reden Sie mit, hören Sie zu, seien Sie kritisch.

Wann: Freitag, 24. Mai 2013, 4-6pm
Wo: Konditorei, 2710 E. 5th Street, Davis

Kaffeehausgespraech Mai 2013

Messen Wägen Zählen Diskutieren

Das Kaffeehausgespräch über Vernunft wurde von einem Stammgast des Salons kompetent eingeleitet, unter anderem mit einem Auszug aus Kants Definition von Aufklärung. Eine gute Ergänzung dazu war eine Textstelle, in der es um gebildete Frauen und ihren (schlechten) Ruf ging, ein amüsantes Fundstück. In der Diskussion zeigte sich sehr schnell, dass Vernunft üblicherweise mit objektivem Wissen und dieses wiederum mit Naturwissenschaft gleichgesetzt wird.

Dass es einer Balance zwischen Vernunft und Gefühl bedarf, um ein geglücktes Leben zu führen, darüber wurde ebenso gesprochen wie über Vernunft und Macht und die politischen Hintergründe der philosophischen Aufklärung. Über – unter anderem – Hirnforschung, Kolonialismus, „Faust“ und über Statistik haben wir uns unterhalten; ganz im Sinne der Ausverhandlung konsensfähiger Meinungen, der Grundlage dafür, was wir für wahr und vernünftig halten. Herzlichen Dank dafür den Teilnehmerinnen und Teilnehmern!
Die Kaffeehausgespräche gehen weiter am 24. Mai, und zwar mit einem unvernünftigen Thema. Näheres per Newsletter und in diesem Blog.

Vernunft! Vernunft?

Nachdem sich das Kaffeehausgespräch im März einem großen Werk der Weltliteratur gewidmet hat, genau gesagt einem sehr kleinen aber erhellenden Ausschnitt von Goethes “Faust” ist, es wieder an der Zeit, ein buchübergreifendes Thema aufs Tapet zu bringen, ohne dabei ganz die Verbindung zu Vorherigem zu verliegen. Und weil es im Spaziergang von Faust mit Wagner vor dem Tore um das Licht geht – das Licht des Frühlings, das Licht der Aufklärung und das Licht der Erkenntnis – schlage ich für das Gespräch im Salon am 26. April vor, über Vernunft zu reden.

Kant sagt in seiner berühmten Definition von Aufklärung: “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.”

Mit der “Leitung eines anderen” meint Kant zum Beispiel die Befolgung von Regeln der Kirche und das Festhalten an Traditionen wie dem Aberglauben. Statt dessen solle der Mensch seine Vernunft einsetzen und selbstständig zur Erkenntis gelangen – zur überprüfbaren, rationalen Erkenntnis – wie das Leben zu führen sei. Was aber ist Vernunft? Eine Eigenschaft die uns Menschen von den Tieren unterscheidet? Eine Bedingung für technischen und zivilisatorischen Fortschritt? Eine göttliche Gabe?

Im Kaffeehausgespräch am 26. April fragen wir danach was Rationalismus heute bedeutet, was wir unter Vernunft verstehen und was sie uns bringt.

Kommen Sie hin, seien Sie philosophisch, vernünftig und phantasievoll; und trinken Sie im Salon Kaffee.
Ort: Konditorei, 2710 E. 5th Street, Davis
Zeit: Freitag 26. April 2013, 4-6pm


Sonne und Licht

Das „Close Reading“ von Goethes “Osterspaziergang” beim letzten Kaffeehausgespräch hat mir sehr gut gefallen. Wir waren uns einig, dass das Gedicht nicht so gut funktioniert, wenn man dabei den Frühling im Upper Central Valley von Kalifornien statt den in Weimar vor Augen hat. Und auch über den politischen und geistesgeschichtlichen Kontext haben wir uns unterhalten. Das Hervortreten aus den Beschränkungen einer ständischen Gesellschaft und das unbeschwerte, vordergründig natürliche Leben auf dem Land, das in diesem Gedicht gefeiert wird, hat mich auf die Idee für das nächste Kaffeehausgespräch gebracht: Aufklärung.

Ich danke den Teilnehmern des nicht sehr österlichen Salons von voriger Woche und kündige an, dass es im nächsten Gespräch, das voraussichtlich am 26. April stattfinden wird, um Licht und Erleuchtung gehen soll. Näheres bald hier im Blog und per Newsletter.

Goethe: Faust I, „Osterspaziergang“

Die Verse „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick“, aus dem ersten Teil des „Faust“ und bekannt unter dem Titel „Der Osterspaziergang“, gehört zu den beliebtesten deutschen Frühlingsgedichten. Im Kaffeehausgespräch am 29. März wollen wir uns diesen Text einmal näher ansehen.

In welchem Zusammenhang steht dieses Gedicht, welche Gefühle drückt es aus und wie passt es zur Figur Faust, dem Suchenden und Zweifler? Was hat es mit Frühling und Ostern in der Literatur auf sich?

Nach einer kurzen Einleitung (und dem Vortrag des Gedichts) haben die Salongäste die Gelegenheit, ihre Gedanken über Frühling, Ostern, Lyrik im Allgemeinen und Goethes Dichtung im Besonderen mitzuteilen.
Wann: Freitag, 29. März 2013, 16-18.00
Wo: Konditorei, 2710 E. 5th Street, Davis

Geister der Vergangenheit und Blick in die Zukunft

Das Thema “österreichische Kultur” hat viele Salongäste angezogen. In großer Runde haben wir über berühmte Österreicherinnen und Österreicher gesprochen. Dass man Kultur oft über die Herkunft der Schöpfer von Werken definiert, ist bei einem Land wie Österreich, dessen Grenzen sich in der Geschichte oft geändert haben, ein Problem. Wolfgang Amadeus Mozart war Bayer und Sigmund Freud wäre heute Tscheche. Zu Mozarts Zeiten hat Salzburg noch nicht, zu Freuds Zeiten Příbor noch zu Österreich gehört.

Bei der Suche nach bekannten Österreichern sind wir auf Musiker gekommen, z.B. auf Franz Schubert, Johann Strauß und Falco. Aber auch auf einige Schauspielerinnen und Regisseure. Dass Romy Schneider nicht besonders glücklich mit ihrer österreichischen Identität war, vielleicht weil sie als “Sissi” zum österreichischen Klischee wurde, ist bekannt. Auch über die nachträgliche Vereinnahmung von Österreichern, die in den 1930er Jahren vor den Nazis geflohen sind, wurde gesprochen. In einer Liste auch in der USA berühmter Österreicher, von einem Salongast vorgelesen, finden sich viele Emigranten. Und zum Schluss noch ein aktueller Hinweis: Vielleicht wird am 24. Februar der österreichische Schauspieler Christoph Waltz eine Oscar-Rede halten.

Das nächste Kaffeehausgespräch wird voraussichtlich am 29. März stattfinden. Das Thema wird irgendwie esoterisch sein. Näheres bald hier im Blog oder per Newsletter.

Österreichische Kultur

Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Kafka, Sigmund Freud, Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek – das sind typische Vertreter und Vertreterinnen Österreichs. Oder doch nicht? Was ist das eigentlich: „typisch österreichisch“? Gibt es das überhaupt? Und wie unterscheidet sich österreichische Literatur und Kultur von deutscher?

Nach einer Einleitung in das Thema reden wir über berühmte Österreicherinnen und Österreicher und wie sie wahrgenommen werden.

Zeit: Freitag, 22. Februar, 4-6pm
Ort: Konditorei, 2710 E. 5th Street, Davis

Verlängerungen und Verkürzungen von Listen

Beim heutigen Kaffeehausgespräch habe ich mit meiner Einleitung über den Schweizer Germanisten Emil Staiger Verwirrung gestiftet. So war das nicht gedacht, aber das passiert manchmal. Ich habe erzählt, dass die professionelle Beschäftigung mit Literatur damit verbunden ist, dass man ständig Leselisten – ihnen war das Kaffeehausgespräch gewidmet – abzuarbeiten hat. Diese universitären Leselisten bestehen 1. aus Primärwerken, also der Literatur, und 2. aus Sekundärwerken, das heißt Texten über Literatur. Und meine Plauderei aus der Germanisten- bzw. Komparatistenschule mündete darin, dass ich eine Anekdote aus Emil Staigers Leben zum Besten gab: Als er, der unter anderem Texte mit den Titeln „Grundbegriffe der Poetik“ (1946) und „Die Kunst der Interpretation“ (1955) verfasst hatte, an denen niemand im Studium vorbeikam; als also der Autor von Sekundärwerken, die jahrelang von den Leselisten der Germanist(inn)en und Komparatist(inn)en nicht wegzudenken waren, emeritiert wurde, da hat er, so geht die Legende, alle Sekundärwerke aus seiner Bibliothek verbannt. Die Lektüreliste Emil Staigers bestand sozusagen von da ab nur mehr aus Primärwerken.

Diese meine Einleitung hat die Gäste im Salon etwas ratlos zurückgelassen und das Gespräch hat dann einige Umwege über norddeutsche Geographie, Buchhandlungen, Flohmärkte und das Waldhorn genommen, ehe sich zwei Erkenntnisse in Bezug auf Lektürelisten herauskristallisierten:

1. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass man gar keine Liste erst noch zu lesender Bücher hat, weil alle neuen Bücher irgendwie langweilig erscheinen und man stattdessen die wieder liest, die man interessant gefunden hat.

2. Nicht alles, was man auf seine Leseliste gesetzt hat, muss man auch wirklich zu Ende lesen.
Damit kündige ich an, dass das nächste Kaffeehausgespräch, voraussichtlich am 22. Februar stattfindend, sich irgendwie der Klassik widmen wird. Näheres bald hier in diesem Blog oder per Newsletter.

Vorhaben

Leselisten sind aus Schule und Studium bekannt: eine Reihe von Büchern, die innerhalb einer bestimmten Zeit gelesen werden sollen. Im Kaffeehausgespräch am 25. Januar 2013 soll es um persönliche Leselisten gehen, um Vorhaben und Vorsätze die Lektüre von Büchern betreffend. Haben Sie zu Weihnachten Bücher geschenkt bekommen, die Sie jetzt in einer bestimmten Reihenfolge lesen? Haben Sie Neujahrsvorsätze gefasst, dieses oder jenes Buch im Jahr 2013 zu lesen? Was steht schon lange auf Ihrer Leseliste?
Kommen Sie in den „Salon“, sprechen Sie bei Kaffee und Kuchen über Ihre Lektürevorhaben und zeigen Sie uns Bücher von Ihrer persönlichen Leseliste.
Wann: 25. Januar 2013, 4-6 pm
Wo: Konditorei, Austrian Pastry Cafe, 2710 E. 5th Street, Davis

Jahresende und -anfang

Mit einem gut besuchten Adventkaffee in der Konditorei ist das erste Jahr der Davis-Kaffeehausgespräche zu Ende gegangen. Am 25. Jänner 2013 wird es wieder einen Salon geben, und zwar mit einem Auftakt-Thema, das in diesem Blog und per Newsletter angekündigt wird.

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