Rückblick: Grenzen der Malerei und der Poesie
Fünf Salongäste haben bei dem Mai-Kaffeehausgespräch angeregt und kontrovers über Kunst und über Kunst in Büchern diskutiert (ein kleiner Salongast hat derweilen gemalt). Der Ausgangspunkt des Kunst-Gesprächs war meine stark verkürzte Darstellung von Lessings Text “Laokoon oder über die Grenzen der Mahlerey und Poesie” von 1766, der theoretisch fundiert, dass die bildende Kunst einen prägnanten Augenblick, die Literatur hingegen Handlungen darstellt.
Der fruchtbare Zusammenschluss von Malerei und Wort wurde anhand von mehreren Beispielen, die die Salongäste mitgebracht hatten, bewiesen. Neben der politischen Interpretation des Gemäldes “Das Floß der Medusa” und einer Bär-getriebenen Kunstgeschichte mit dem Titel “Die Ted-Galerie” (bei Amazon käuflich zu erwerben), wurde auch über die Illustration der antiken Geschichte von Daphnis und Chloe durch Marc Chagall gesprochen.
Ein interessanter und lebhaft diskutierter Punkt war die Frage nach der Schönheit in der Kunst und im Leben. Auch die Überlegung, wie Lessing heute die unterschiedlichen Funktionsweisen von bildender Kunst und Literatur theoretisieren würde, wurde verfolgt. Kurz gesagt: Das war ein Kaffeehausgespräch auf höchstem Niveau und ich danke allen Teilnehmerinnen herzlich für ihre Beiträge!
Voraussichtlich am 15. Juni geht es weiter, dann mit der Frage: “Mundart oder Hochsprache?” und einem Gespräch über Identität durch Literatur. Näheres bald hier im Blog oder per Newsletter.