Auch das zweite Kaffeehausgespräch am 15. Mai 2008 war klein, aber fein. Wir widmeten uns dem Thema, inwieweit Lesen und Bücher süchtig machen können. Bereits im 19. Jahrhundert widmeten sich berufene Geister diesem Thema, und es erstaunt, wie aktuell manche Befürchtungen klingen: “… Ein Anderes ist es aber in unseren Tagen, da [...] das schlechteste wie das beste Werk mit wunderbarer Schnelligkeit vertausendfacht und in die Welt ausgestreut werden kann.” (Heinrich Zschokke, 1821). Nur, dass wir dabei heute weniger an Bücher denken …
Amüsant fand ich die Information, dass man um 1900 überlegte, ob die Lesewut nicht womöglich organische Ursachen in Form des bacillus librorum haben könnte. Heute, wo intensiv nach Genen für alle möglichen “Veranlagungen” gesucht wird, ist solch ein Gedanke natürlich vollkommen lächerlich …
Natürlich bot auch der Rest des Abends viel Interessantes, Heiteres, zum Nachdenken Anregendes, doch ebenso selbstverständlich gibt es kein Protokoll, sodass vor allem der Gesamteindruck am Ende zählt: schön war’s!