Die Hamburger Kaffeehausgespräche befinden sich zur Zeit in Warteposition. Salonherr Detlef wartet auf den richtigen Zeitpunkt und einen Unterstützer/eine Unterstützerin, um weiterzumachen – oder auch nicht – mit den monatlichen Treffen und den Gesprächen über Gott, die Welt und Literatur im weitesten Sinne.
Die kalifornischen Kaffeehausgespräche – eine temporäre Ausgründung – nehmen langsam Gestalt an. Sie haben einen passenden Ort gefunden, nämlich die Konditorei, Austrian Pastry Cafe, und werden wahrscheinlich ab Februar dort stattfinden. Sie können sich per Newsletter über die Entwicklungen, Termine und Themen informieren lassen.
Das letzte Kaffeehausgespräch des Jahres und bis auf weiteres in der bisherigen Zusammensetzung war ein würdiger Abschluss und zugleich ein Auftakt für eine Fortführung des Salons.
Eigentlich sollte es bei dem gestrigen Treffen um das Kaffeehaus, um den Ort und die Inspiration und um Kaffeehausliteratur gehen. Nachdem Salonherr Detlef eine Liste von Themen der Kaffeehausgespräche seit ihrer Gründung vorgelesen hat, wurde das Gespräch dann aber doch sehr selbstbezüglich. Und es stellte sich heraus, dass eine Fortsetzung der Kaffeehausgespräche mit einem oder mehreren anderen Gastgeber(n) gewünscht wird. Das sollte doch möglich sein, und so liegt das Projekt „Kaffeehausgespräche. Der Salon in Hamburg“ nicht für die nächsten zwei Jahre auf Eis, sondern wird hoffentlich neue Gestalt annehmen. Informationen dazu wird es in diesem Blog und per Newsletter geben.
Ich habe mich gefreut, dass gestern viele der Stamm-Salongäste anwesend waren, unter anderem auch die Ideen- und Namensgeberin der Kaffeehausgespräche. Und es hat sich gezeigt, dass in dieser Gesprächsrunde mit Leichtigkeit und Gewinn ein Bogen von Jürgen Habermas und seinem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ zur Cremeschnitte im Demel zu schlagen ist.
Dank an alle Gäste, die sich seit April 2008 regelmäßig – an jedem dritten Donnerstag im Monat, so ungefähr – im Salon eingefunden haben! Und viel Vergnügen bei der Fortsetzung!
Die UNESCO hat am 10. November 2011 die Wiener Kaffeehauskultur in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird bestätigt, was Kennerinnen und Kenner der europäischen Literatur um 1900 immer schon wussten: Das Kaffeehaus ist ein Ort, an dem Kultur gemacht wird.
In unserem letzten Kaffeehausgespräch des Jahres und bis auf weiteres wollen wir uns mit dem Kaffeehaus als Ort der Begegnung und als Inspiration für die kreative Betätigung beschäftigen. Wir fragen nach der Funktion des erweiterten Wohnzimmers, nach der Inspiration durch die Atmosphäre und das Getränk Kaffee, nach landestypischen Formen von Kaffeehäusern und danach, was Kaffeehausliteratur ist. Nach einer kurzen Einleitung durch die Gastgeber Detlef Thofern, Sozialwissenschaftler, und Karin S. Wozonig, Literaturwissenschaftlerin, sind alle Kaffeehausbesucher am Wort.
Kommen Sie hin, reden Sie mit. Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch im Kaffeehaus.
Wann: 15.12.2011, 19.00
Wo: Kulturcafé Chavis, Detlev-Bremer-Str. 41, St. Pauli
Der Eintritt ist frei.
Das gestrige Kaffeehausgespräch mit dem Thema „Literarische Schwergewichte: Thomas Mann“ ist auf großes Interesse gestoßen. Rege wurde über den Zauberberg und seinen Schauplatz, über die „Buddenbrooks“ und ihre Langeweile und über die sinnliche Qualität der Erzählungen von Thomas Mann gesprochen.
Aufbauend auf der Einleitung, in der die Idee vom Erfolgsschriftsteller historisch hergeleitet wurde (mit Hilfe von Zedlers Universallexikon) wurde als weiterer Schriftsteller, der sich im Sinne Goethes als solcher selbst inszeniert, Martin Walser genannt. Aber auch über die Gegenbeispiele Robert Musil und Robert Walser wurde gesprochen.
Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den Gedankenaustausch!
Weiter geht es mit den Kaffeehausgesprächen am 15. Dezember. Dann werden wir uns selbstreflexiv mit dem Kaffeehaus beschäftigen.
Ob im Deutschunterricht, bei Marcel Reich-Ranickis kanonischer
Literatursammlung oder anderen Klassiker-Editionen: ohne Thomas Mann geht es nicht. Auch der Film und das Fernsehen interessieren sich
regelmäßig für die „Buddenbrooks“, den „Zauberberg“ oder für das Leben
des Autors selbst, den Robert Musil (wohl nicht ohne Neid) als
„Großschriftsteller“ titulierte.
Die Literaturwissenschaft arbeitet sich seit Jahrzehnten an Thomas Manns
umfangreichen Texten ab, und im Besitz der Thomas-Mann-Sammlung der Universität Düsseldorf befinden sich mehr als 28 000 Dokumente über
Leben und Werk des Autors.
Wer war dieser große deutsche Schriftsteller, was ist so außergewöhnlich
an ihm und seinen Werken und welche Bedeutung hat er für die
Literaturgeschichte? Gibt es auch im heutigen Literaturbetrieb
Schriftstellerinnen oder Schriftsteller von ähnlichem Rang?
Die Gastgeber des offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin
S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – möchten mit
Ihnen diesmal das Phänomen Thomas Mann erkunden und laden Sie dazu herzlich zu einer entspannten Gesprächsrunde ein.
Für die passende Atmosphäre und für labende Speisen und Getränke sorgt
wie immer das Kulturcafé Chavis.
Wann: Donnerstag, 17. November 2011, ab 19 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
www.chavis-kulturcafe.de
Der Eintritt ist frei.
Gestern gab es bei den Kaffeehausgesprächen eine Neuerung: Die Gast-Salonière Philine Gaffron erweiterte das Themenspektrum und sprach zur Einleitung über gute und schlechte Wissenschaft. Mit einem anschaulichen Beispiel wurde vorgeführt, wie schwierig es sein kann, zu einer zuverlässigen Aussage zu kommen und dass daher Vorsicht geboten ist bei den vielen – durch verkürzenden Journalismus vermittelten – Wissenschaftsmeldungen in den Massenmedien.
In der Diskussion stellte sich heraus, dass gegenüber Forschungsergebnissen generell ein gewisses Misstrauen herrscht. Und dass der Verdacht besteht, dass nur belegt und bewiesen wird, wofür die Geldgeber bezahlt haben. Ausgehend von der Medizin landeten wir im Gespräch bei dem Einfluss des Mondes auf die Erde. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Bemerkung , dass Heinrich Kleist über Kants Beweis, dass es kein gesichertes Wissen geben kann, in Depressionen verfallen sei.
Das nächste Kaffeehausgespräch findet am Donnerstag dem 17. November statt. Thema: Thomas Mann und das Phänomen des Großschriftstellers
dass Spinat nicht besonders viel Eisen enthält; dass regelmäßiges kaltes Duschen Erkältungen mit Sicherheit wirkungsvoller vorbeugt als die Einnahme von Vitamin C; dass homöopathische Medizin wirkt, aber nicht besser als ein Placebo. Umfragen stellen laut Tagespresse regelmäßig alles mögliche fest, aber man weiß oft nicht, wer eigentlich wen was gefragt hat; Und Doktorentitel sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Dennoch vertrauen wir – im Großen und Ganzen – den Erkenntnissen der Wissenschaft. Oder vielleicht doch nicht?
Am 18.10. wollen wir bei den Kaffeehausgesprächen einmal nicht über ein literarisches Thema sprechen, sondern darüber, wie wir von wissenschaftlichen Erkenntnissen erfahren, was uns an ihnen eigentlich interessiert und ob man seriöse Ergebnisse von Mumpitz unterscheiden kann.
Diesmal haben wir eine Gast-Gastgeberin: die Naturwissenschaftlerin Philine Gaffron. Nach einer kurzen Einleitung sind wie üblich die Salongäste an der Reihe. Diskutieren Sie mit, hören Sie zu oder berichten Sie uns von Ihren wissenschaftlichen Lieblingserkenntnissen oder -irrtümern .
Für die passende Atmosphäre und für leckere Speisen und Getränke sorgt wie immer das Kulturcafé Chavis.
Wann: Dienstag, 18. Oktober 2011, ab 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli) www.chavis-kulturcafe.de Der Eintritt ist frei.
Beim letzten Kaffeehausgespräch ging es um Schullektüre. Nachdem uns der Salonherr zur Einstimmung die Lehrer-Lämpel-Explosion aus “Max und Moritz” zu Gehör gebracht hat, ging es um gute und schlechte Lehrer, um die Sinnhaftigkeit von Lektürelisten und um ideologische Ausrichtung. Ich danke allen Gästen dafür, dass sie ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit uns geteilt haben, ganz besonders der anwesenden Lehrerin für die fachlichen Hinweise!
Apropos Hinweis: Am Dienstag dem 18. Oktober um 19.00 gibt es das nächste Kaffeehausgespräch. Dann wird die Gast-Gastgeberin Dr. Philine Gaffron unter dem Titel “Die Wissenschaft hat festgestellt…” über Wissensproduktion und -erzählung sprechen. Näheres wie immer demnächst hier im Blog und per Newsletter.
Die Sommerferien sind vorbei und der literarische Salon lädt nach seiner Sommerpause wieder zu einem Kaffeehausgespräch ein. Und passend zum Beginn des neuen Schuljahres wollen wir diesmal über das Thema Literatur in der Schule diskutieren.
Wir alle haben unsere schulische Vergangenheit, in der wir lesen und schreiben gelernt haben, und an die sich vielleicht einige gern und andere voller Abneigung erinnern werden. Wurden Sie etwa im Deutschunterricht mit Goethe und Schiller traktiert, mussten Sie Gedichte auswendig lernen? Welchen Einfluss haben der Deutschunterricht und die Schullektüre auf die späteren Lesegewohnheiten? Welche literarischen Werke geben die Lehrpläne vor, was sollte unbedingt im Unterricht gelesen werden und was zeichnet eigentlich einen guten Deutschunterricht aus?
Die Gastgeber des offenen Salons – die Literaturwissenschaftlerin Karin S. Wozonig und der Sozialwissenschaftler Detlef Thofern – laden Sie herzlich zu diesem Kaffeehausgespräch ein und werden wie immer mit einer kurzen Einleitung auf das Thema einstimmen. Dann sind die Salongäste an der Reihe. Diskutieren Sie mit, hören Sie zu oder berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen mit der Schullektüre und dem Deutschunterricht.
Für die passende Atmosphäre und für leckere Speisen und Getränke sorgt wie immer das Kulturcafé Chavis.
Wann: Dienstag, 20. September 2011, ab 19.00 Uhr
Wo: Chavis Kulturcafé, Detlev-Bremer-Straße 41, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Der Eintritt ist frei.
Das gestrige Kaffeehausgespräch war ein musikalisches und eines das vom neunzehnten Jahrhundert geprägt war, aber letzteres kommt immer wieder vor. Meiner Einführung zum Thema Universalpoesie, die Literatur, Musik und Kunst vereint und ins “Leben” integriert, ergänzte Salonherr Detlef mit Lesungen aus Werken von Thomas Mann, E. T. A. Hoffmann und Elfriede Jelinek sowie der Präsentation des Debutalbums von Alan Parsons Project (”Tales of Mystery and Imagination”), das auf Werken des Autors Edgar Allan Poe basiert.
In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, wie sich der Laut der gesprochenen Sprache von Lauten der Musik unterscheidet, welchen Einfluss die Beschaffenheit von Sprachen auf die Vertonung von Gedichten hat, und es wurde über die Wirkung von Gedichtvorträgen durch professionelle Sprecherinnen und Sprecher nachgedacht. Auch die politische Botschaft von Musik und Liedtexten kam zur Sprache. Über die Freiwilligkeit oder Unfreiwilligkeit beim Erlernen des Klavier- oder Geigespiels wurde auch geredet.
Ich danke allen Salongästen sehr herzlich, freue mich, dass wir gestern, bei der ca. 38. Auflage der Kaffeehausgespräche wieder neue Gäste begrüßen durften, hoffe dass es so weitergeht und kündige an:
Am Dienstag dem 20. September um 19.00 gibt es wieder ein Kaffeehausgespräch, nämlich über Schullektüre.